Dixieband findet positive Erwähnung in der Mitteldeutschen Zeitung

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung (Aschersleben)

Der Verband ehemaliger Schüler des Stephaneums zu Aschersleben feierte

am Freitag und Sonnabend sein 110-jähriges Bestehen.

Mitgliederversammlung und Chorkonzert bilden Auftakt.

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Fast  wie beim Dixielandfestival

VON INGEBURG POCKLITZ

ASCHERSLEBEN/MZ – Michael Herre, Vorsitzender des Verbandes der ehemaligen Schüler des Stephaneums, eröffnete den Konzertabend, nachdem er den 93jährigen Werner Kopsch, Ehrenmitglied und langjährigen Vorsitzenden, sowie Rainer Ripala als Vertreter der Stadt besonders begrüßt und die Sache mit der Schulfahne berichtet hatte, die der Verband als Geschenk übergeben wollte, die aber nicht rechtzeitig eingetroffen war. (Siehe „Die Überraschung steckt im Stau“)
Danach überließ er den Sängern und Musikern das Feld. Das heißt, er reihte sich ein in den Chor der Ehemaligen, bestehend aus 14 ehemaligen Mitgliedern des großen Schulchores, die im dritten Jahr unter der Leitung von Robert Sack singen und bereits ein beachtliches Programm erarbeitet haben. Daraus sang der kleine aber feine Chor zunächst alte Weisen, als erstes a capella „Kommt, ihr G`spielen“, danach vierstimmig und mit Klavierbegleitung „In einem kühlen Grunde“  und „Mit Lieb bin ich umfangen“. Ein stimmungsvoller Beginn, dem als reizvoller Gegensatz „The Show“ folgte, ein dynamischer, in englischer Sprache gesungener Protest. In der Folge ein witziger Kanon über „Mango und Eisbein“, das unbekümmerte „Ich liebe das Leben“ und  das ebenfalls als Kanon bearbeitete Spiritual „Rock my soul“.
Das dann folgende Programm der Schüler war gekonnt zusammengestellt und beeindruckte durch Schwung, Humor und zügigen Ablauf. Der große Schulchor schmetterte „Wir machen Musik, da geht uns der Hut hoch“, und während Erinnerungen an Ilse Werner wach wurden, ließen die jungen Leute die Hüte fliegen, genau wie ihre Chorleiterin, die temperamentvolle Grit Geschke.
Zwei kleine Ansagerinnen, Anne Jelitte und Clara Beyer, führten mit Spaß und Witz durch die Veranstaltung, die immer wieder aufgeheitert und aufgelockert wurde, zum Beispiel durch Gedichte von Heinz Erhard oder einen kleinen Sketch, bei dem es um das Veräppeln von Quizsendungen ging.
Das zweite Lied des Chores „Wolken über Europa“ hatte noch einen etwas ernsten, mahnenden Unterton, doch danach brachen sich Feierlaune und Frohsinn den Weg. Die Dixieband, eine Formation der seit einigen Jahren bestehenden Big Band unter Leitung von Alexander Erpilev, verbreitete bei ihrem zuerst gespielten Dixieland eine Superstimmung. Einzelne Soli wurden mit Zwischenapplaus belohnt, man fühlte sich direkt ein bisschen wie in Dresden beim Dixielandfestival. Auch die nachfolgenden Titel der Band, immer im Wechsel mit den Liedern des Chores, waren professionell und mitreißend, z. B. „Tijuana Taxi“,  „Die Olsenbande“ und „Tigerrag“.
Niklas Kretschmann erzählte die Hintergrundgeschichte der „Delilah-Story“, bei der die musikalische  Liebeserklärung an die Sportlerin Delilah einen bis dahin unbekannten Sänger berühmt gemacht hatte, wenn auch sein Liebesflehen nicht erhört wurde. Danach sang der  Chor das Lied mit Gitarrenbegleitung durch Dominik Brandt.
Beim Trinkkanon, dem Kaffeeklatschkanon und der „Zappmarie“, einer gelungenen Parodie auf „Yellow submarine“, das gelbe Unterseeboot, sagen schon die Namen der Titel, dass überbordende Musizier- und Lebensfreude den Abend prägten.
Zum Abschluss des Konzertes sangen der große und der kleine Chor gemeinsam den wunderschönen Titel „Music in the air“, bei dem es um alle Lieder der Erde geht.
Ein Markenzeichen des Schulchores ist seit Jahren seine Vielseitigkeit. Jedes Konzert ist ein Höhepunkt, und immer wieder versteht es die Leiterin Grit Geschke, noch eins draufzusetzen. Das stellte sie auch diesmal wieder unter Beweis, und der Applaus war dementsprechend begeistert und verdient. „Es war fantastisch“ sagte auch Anneliese Kopsch nach dem Konzert, „unsere Anreise von Nordhausen war zwar etwas beschwerlich, doch es hat sich wirklich gelohnt“.
Als krönender Abschluss des Abends wurde dann doch noch die neue alte Schulfahne in die Aula getragen, die zwar mit Verspätung, aber nun glücklich ihr Ziel erreicht hatte. Christopher Jöhring stand auf dem Weg von Leipzig im Stau, so dass die Fahne statt zur Mitgliederversammlung am Nachmittag nun in einem größeren Rahmen an den amtierenden Schuldirektor, Herrn Winter übergeben werden konnte. Jetzt steht der alten Tradition, nach glücklich bestandenen Abiturprüfungen die Fahne auf dem Dach der Schule zu hissen, nichts mehr im Wege.

Chor der Ehemaligen

Besetzung der Dixieband:

Nikolai Erpilev (Trompete),

Mischa Ilin (Trompete),

Christopher Klug (Trompete),

Niclas Jacob (Saxophon),

Jasmin Rosengarten (Posaune),

Jonas Spengler (E-Gitarre),

Florian Herms (Bassgitarre),

Johannes Symanowski (Schlagzeug),

Dominik Suchomel (Klavier),

Lukas Urban (Posaune)